Paulhan, ein zirkuläres Dorf

 

Die erste schriftliche Erwähnung Paulhans stammt aus dem Jahre 990.

Déplier/ReplierLage

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Vue du village circulaire de Paulhan
Crédit Association Villages Circulaires

Bei den „Villages Circulaires“ handelt es sich um einen Typ kreisförmig angeordneter Ortschaften, der ahuptsächlich im Languedoc-Roussillon anzutreffen ist. Der Name Paulhan ist römischen Ursprungs: „Paulhanum” bedeutet „Land des Paulius” oder “Paulinus”, Landbesitzer in dieser Epoche, der eine Siedlung am Ufer des Flüsschens Rieu, nahe der ehemaligen Römerstrasse gründet, die Saint Thibéry mit Rodez verbindet. Das Gebiet gehört seit 50 v.Chr. zu der Provinz Narbonne. Erst kürzlich hat man anlässlich archeologischer Ausgrabungen Überreste aus dieser Zeit gefunden. Im Jahre 990 geht Paulhan, das auf Okzitanisch “Paujan“ ausgesprochen wird, in die geschriebene Geschichte ein. Das örtliche Leben dreht sich zu dieser Zeit um zwei Pole: eine antike Kultstätte (die Ermitage Saint Jean de Vareilles) und die Kirche Sainte-Marie (heute Notre Dame de Vertus) mit dem Dorf nördlich davon. Der Ort fällt in die Zuständigkeit der Barone von Béziers, die einen Teil ihrer Domäne (darunter das Schloss und die Kirche Paulhans) aus den Besitzungen des Klosters von Saint Thibéry ausgegliedert hatten. Mitte des 12. Jh geht die Herrschaft an die Familie der Guilhem von Montpellier über, schließlich im Jahre 1204, aufgrund der Heirat der Marie von Montpellier mit Pierre von Aragon, an die Könige von Aragon. Während des 12. und 13. Jh. wird das Leben immer rationeller organisiert - die Zeiten werden zunehmend kriegerisch. Der Grundherr beschließt deshalb, sich auf die nächstgelegene Anhöhe zurückzuziehen, um dort ein befestigtes Schloss zu bauen. Die Bürger begeben sich gegen Abgaben von Steuern unter seinen Schutz und gruppieren sich um den herrschaftlichen Turm, der seither den Kern des Dorfes bildet, das seinerseits durch mit zwei Toren geschlossene Stadtmauern befestigt ist. Eine neue Kirche, die dem Heiligen Kreuz (Sainte Croix) geweiht ist, wird in der Nähe der primitiven Festung erbaut. Paulhan erfährt seinen wirtschaftlichen Aufschwung dank dem Bau des Bahnhofs im Jahre 1868, gefolgt von dem der Grund- und Hochschule (Eröffnung 1916) und der Winzerkooperative 1934. Zur heutigen Zeit verdankt die wirtschaftliche Entwicklung Paulhans einem regen Geschäftstreiben dank einer großen Anzahl von ortsansässigen Einzelhandels- und Handwerksgeschäften und der unmittelbaren Nähe zur Autobahn A 75. Jedes Jahr findet Anfang Mai der berühmte „Foire des Couleurs” statt, ein “Markt der Farben”, der Paulhan mit ca. 450 Ausstellern und über 25 000 Besuchern zu großem Ansehen in der Region verhilft.

Die Ermitage Saint Jean de Vareilles

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Vue du village circulaire de Paulhan
Crédit Association Villages Circulaires

Bei Bauarbeiten für die Autobahn A75 haben wurden erst vor einigen Jahren Überreste mindestens einer galloromanischen Villa aus dem 10. Oder 11.Jh gefunden. Die Einwohner hatten es damals vermutlich verlassen, um sich der unsicheren Zeiten wegen unter den Schutz des Schlossherrn von Paulhan zu stellen. Die von Tempelrittern erbaute Kirche Saint Jean de Vareilhes ist das einzige erhaltene Relikt dieses Dorfes. Sie wurde mehrfach umgebaut und zu unterschiedlichsten Zwecken benutzt: bis zum 12.Jh. diente sie beispielsweise als Getreidespeicher. Im Jahre 1323 wurde sie, zeitgleich mit der Kirche Notre Dame de Vertus, zum Priorat erhoben. Nach der Revolution ging die Ermitage in Privatbesitz über.

Zu besichtigen

• Das Rathaus : ehemaliger Wohnsitz des Feudalherren

• Die « Hallen »

• Die « Circulade »

• Das « Pourtalet », das kleine Tor in der Stadtmauer

• Das ehemalige Portal in der rue de Veyrac

• Die Kirche Sainte Croix

• Die Kapelle Notre Dame des Vertus

• Die Mühle des Laures (in Privatbesitz)

• Die Ermitage Saint Jean de Vareilhes

Machen Sie Halt in einem der schönsten zirkulären Dörfer Südfrankreichs um den Ort zu besichtigen und um im Weinkeller die berühmte Clairette (hiesiger Weisswein) zu verköstigen.

Internetseite des Rathauses : www.paulhan.fr

Die beigefügten Bilder

Die Bibliothek, ehemaliges Stadthaus der Barone von Paulhan - JPEG - 169 kB
Die Bibliothek, ehemaliges Stadthaus der Barone von Paulhan

Crédit OT du Clermontais

Die Ermitage Saint Jean de Vareilhes in Paulhan - JPEG - 13 kB
Die Ermitage Saint Jean de Vareilhes in Paulhan

Crédit KELOUS

Die Gärten des Rathauses, Les jardins de l'Alhambra genannt - JPEG - 209.1 kB
Die Gärten des Rathauses, Les jardins de l’Alhambra genannt

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Ehemaliger Taubenschlag des Schlosses von Paulhan - JPEG - 104.6 kB
Ehemaliger Taubenschlag des Schlosses von Paulhan

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Die ehemaligen Markthallen von Paulhan - JPEG - 114.3 kB
Die ehemaligen Markthallen von Paulhan

Crédit OT du Clermontais

Das Rathaus von Paulhan - JPEG - 75.2 kB
Das Rathaus von Paulhan

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Aubenansicht der Kirche Notre Dame des Vertus von Paulhan - JPEG - 150.8 kB
Aubenansicht der Kirche Notre Dame des Vertus von Paulhan

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Die Kirche Notre Dame des Vertus von Paulhan - JPEG - 158.8 kB
Die Kirche Notre Dame des Vertus von Paulhan

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Die Kirche Notre Dame des Vertus von Paulhan - JPEG - 175.1 kB
Die Kirche Notre Dame des Vertus von Paulhan

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Apsis der Kirche Notre Dame des Vertus von Paulhan - JPEG - 165.8 kB
Apsis der Kirche Notre Dame des Vertus von Paulhan

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Blick auf das zirkuläre Dorf Paulhan - JPEG - 171.7 kB
Blick auf das zirkuläre Dorf Paulhan

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Place du Griffe in Paulhan - JPEG - 181.6 kB
Place du Griffe in Paulhan

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Kirche Sainte Croix von Paulhan - JPEG - 96.3 kB
Kirche Sainte Croix von Paulhan

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Altes haus in der Circulade von Paulhan - JPEG - 147.4 kB
Altes haus in der Circulade von Paulhan

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