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Villeneuvette, königliche Stoffmanufaktur

 

Im Jahre 1673 erwarb Pierre Baille, ein Tuchfabrikant und –händler aus Clermont-de-Lodève (Clermont-l’Hérault) am Ufer der Dourbie einen Pachthof und eine Walkmühle.

Déplier/ReplierLage

 Eingangstor der königlichen Stoffmanufaktur von Villeneuvette bei Sonnenuntergang - JPEG - 17.1 kB
Eingangstor der königlichen Stoffmanufaktur von Villeneuvette bei Sonnenuntergang
Crédit Fusioline

Sehr bald ergänzte er seinen Besitz durch eine Färberei und ein Stoffverarbeitungswerkstatt. Das Ganze bildete bald die erste Manufaktur. Einige Jahre später begannen die Financiers aus Montpellier, sich für diese Manufaktur zu interessieren und André Pouget, Generaldirektor der Salzsteur im Languedoc, übernahm 1676 ihre Leitung. Ein Jahr darauf erteilte ihr ein königlicher Erlaβ den Status der „königlichen Manufaktur“, der zweitwichtigsten hinter der von Saptes im Departement Aude. Die Absicht des Königs war, damit der starken englischen und holländischen Konkurrenz im Textilhandel mit dem Morgenland die Stirn zu bieten. Die Erbauung des Canal du Midi und des Hafens von Sète fiel in die gleiche Epoche mit dem Ziel, die Wirtschaft und den Export des Languedoc anzukurbeln.

Die Manufaktur produzierte feines, qualitativ hochwertiges Tuch, „Londrins seconds“ genannt, das im osmanischen Reich hoch geschätzt war und nach strenger Kontrolle durch königliche Inspektoren von Marseille aus exportiert wurde. Alle etwa zwanzig zur Tuchherstellung erforderlichen Phasen wurden vor Ort ausgeführt, wobei die anspruchsvollsten und heikelsten Aufgaben den Frauen und Kindern anvertraut wurden.

Durch den Verkauf an Guillaume Castanier d’Auriac, den Sohn eines Tuchhändlers, erfuhr die Manufaktur im Jahre 1720 einen neuen Aufschwung. Besonders mit einem Garten „à la française“ und Wasserspielen trug er maßgeblich zu ihrer Verschönerung bei. In den Jahren 1768, 1788 und 1793 muβte sie weitere Besitzerwechsel über sich ergehen lassen, bis sie schlieβlich in die Hände der Familie Maistre fiel. Man sagt, daβ im 19. Jh. mehrere hundert Personen für die Manufaktur arbeiteten, von denen zwei- bis dreihundert vor Ort wohnten. Sie war zu dieser Zeit die wahre wirtschaftliche Lunge der Region.

Die Familie Maistre : 1803-1954

Zu Beginn des 19. Jh. übernahm die Familie Maistre, Gerbereibesitzer aus Clermont-l’Hérault, die Manufaktur, um sie über fünf Generationen hinweg und mehr als ein Jahrhundert lang bis zu ihrer Schlieβung im Jahre 1954 als Familienbetrieb zu nutzen. Joseph Maistre muβte sich dem Wandel der Zeit beugen und galt damit als Vorreiter für die neue Wirtschaftssituation, indem er daran ging, Stoffe für die Armeetruppen herzustellen. Er stand für den Beginn der Industrialisierung und Mechanisierung des Standortes. Die Arbeit war hart, die Regeln streng. Den Arbeitern wurde von ihrem „Meister“ jedoch einige Rechte zugestanden: Schulbildung für die Kinder, finanzielle Unterstützung im Krankheitsfall, kostenfreie Unterkunft mit Garten sowie eine „Sparkasse“. Ein Prozent des Gehalts wurde einbehalten für die Bezahlung des Lehrers, eine Notfallkasse und medizinische Ausgaben. Es handelte sich sozusagen um eine frühzeitliche „Sozialversicherung“, die zur Folge hatte, daβ es im Jahre 1917 nur einen einzigen Streiktag gab - und bei diesem handelte es sich um den einzigen bekannten Konflikt der Manufaktur seit 1677! Während des Ersten Weltkrieges lief die Fabrikation auf Hochtouren, die Zeit zwischen den Kriegen gestaltete sich jedoch als schwierig, denn die Aufträge des Staates gingen zu Gunsten wettbewerbsfähigerer Betriebe zurück. Die Nachkriegszeit läutete den Niedergang der Manufaktur ein.

Die Manufaktur funktionierte quasi autark. Ab dem 17. Jh. gab es einen Gemischtwarenladen mit Dingen des täglichen Bedarfs sowie eine Bäckerei und kleine Werkstätten wie z.B. eine Schreinerei. Sogar ein Arzt hatte sich niedergelassen. All dies diente dazu, die Arbeiter in der Manufaktur zu halten.

Zu besichtigen

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La place Louis XIV
Crédit Fusioline

• Das imposante Portal

• Die Kirche mit den Fresken von Jacques Pauthe

• Das Herrenhaus der Fabrik

• Der Dorfplatz

• Das große Becken

• Der Kamin

• Das „buffet d’eau“ (=Wasserbuffet)

• „Le pont d’amour“ (=Die Brücke der Liebe)

• Der Wanderweg um Villeneuvette mit seinem hydraulischen System

In diesem untypischen und scheinbar nicht zu unserer Zeit zu passende Ort finden Sie außergewöhnliche Unterkünfte des Hotels inmitten der ehemaligen Stoffmanufaktur sowie das dazugehörige namhafte Hotel „La Source“. Genießen Sie diese einzigartige Atmosphäre und flanieren Sie im Schatten der Platanen durch den Ort bis zum „Pont de l’amour“ mit seiner Legende entlang dem hydraulischen System.

Führung: Sie können auf Vereinbarung eine geschichtliche Führung von circa 2 Stunden unternehmen, während derer Ihnen die Geschichte des Ortes, seine Architektur und dieses einzigartige hydraulische System nahe gebracht werden. Diese Führungen werden das ganze Jahr über für Gruppen auf Vereinbarung und an bestimmten Tagen für Einzelpersonen durchgeführt. Kontakt: Rathaus von Villeneuvette, Tel.-Nr. 04 67 96 06 00; E-mail : mairievilleneuvette34 chez wanadoo.fr

Die beigefügten Bilder

Das Buffet d'eau (=Wasserbuffet) aus dem 18. Jahrhundert - JPEG - 125.9 kB
Das Buffet d’eau (=Wasserbuffet) aus dem 18. Jahrhundert

Crédit OT du Clermontais

Alter Kamin, Zeuge der ehemaligen Fabrik - JPEG - 113.9 kB
Alter Kamin, Zeuge der ehemaligen Fabrik

Crédit OT du Clermontais

Ehre der Arbeit, Motto von Villeneuvette - JPEG - 142.4 kB
Ehre der Arbeit, Motto von Villeneuvette

Crédit Fusioline

Die Kirche von Villeneuvette - JPEG - 113.5 kB
Die Kirche von Villeneuvette

Crédit Julien Bonet

Der Eingang der königlichen Stoffmanufaktur von Villeneuvette - JPEG - 187.4 kB
Der Eingang der königlichen Stoffmanufaktur von Villeneuvette

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Der Brunnen auf dem Dorfplats - JPEG - 126.9 kB
Der Brunnen auf dem Dorfplats

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Das Herrenhaus der Fabrik und sein Glockenturm - JPEG - 122.4 kB
Das Herrenhaus der Fabrik und sein Glockenturm

Crédit OT du Clermontais

Das Herrenhaus der Fabrik - JPEG - 143.8 kB
Das Herrenhaus der Fabrik

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La place Louis XIV - JPEG - 165 kB
La place Louis XIV

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Der Platz Louis XIV - JPEG - 189.1 kB
Der Platz Louis XIV

Crédit Julien Bonet

Der Pont de l'Amour (BrÜcke der Liebe) in Villeneuvette - JPEG - 184.4 kB
Der Pont de l’Amour (BrÜcke der Liebe) in Villeneuvette

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Nebeneingang von Villeneuvette - JPEG - 128.7 kB
Nebeneingang von Villeneuvette

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Die Eingangspforte von Villeneuvette - JPEG - 132.6 kB
Die Eingangspforte von Villeneuvette

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Die Eingangspforte von innen gesehen - JPEG - 131.4 kB
Die Eingangspforte von innen gesehen

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Die Eingangspforte von Villeneuvette - JPEG - 159.9 kB
Die Eingangspforte von Villeneuvette

Crédit CC Clermontais

Das Arbeiterviertel von Villeneuvette - JPEG - 133.1 kB
Das Arbeiterviertel von Villeneuvette

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Rue de la Calade und Rathaus von Villeneuvette - JPEG - 152 kB
Rue de la Calade und Rathaus von Villeneuvette

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Eingangspforte von Villeneuvette - JPEG - 119.4 kB
Eingangspforte von Villeneuvette

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Der ehemalige Taubenschlag - JPEG - 132.1 kB
Der ehemalige Taubenschlag

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Aubenansicht der Kirche von Villeneuvette - JPEG - 137.2 kB
Aubenansicht der Kirche von Villeneuvette

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Der Dorfbrunnen auf dem Platz Louis XIV - JPEG - 115.2 kB
Der Dorfbrunnen auf dem Platz Louis XIV

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